Der Buddhismus hat in Korea eine lange Tradition, die bis ins 4. Jhd. zurückreicht. Anders als in China oder Japan befinden sich die buddhistischen Tempel Koreas meist außerhalb der Städte. In idyllischen Berglandschaften gelegen, sind sie heute beliebte Ausflugsziele, nicht nur für Buddhisten. Haeinsa liegt im Südosten des Landes, etwa 250 km von der Hauptstadt Seoul entfernt, und beherbergt die „Tripitaka Koreana“ – die wohl älteste und vollständigste Sammlung buddhistischer Schriften. Vor 1000 Jahren erstmals in hölzerne Druckplatten eingraviert, gelten sie als Meilenstein in der Geschichte der Druckverfahren. Die wertvollen Druckstöcke lagern noch heute in den ausgeklügelt belüfteten Gebäuden des Tempels aus dem 17. Jahrhundert und sind den Koreanern heilig. Im Koreakrieg weigerte sich ein südkoreanischer Pilot, den Tempel zu bombardieren, als sich nordkoreanische Soldaten darin versteckt hielten. Seit 1995 gehört Haeinsa zum UNESCO-Weltkulturerbe.
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